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| August 18, 2017

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Das indische Volk: 10 essentielle Wesenszüge

Das indische Volk: 10 essentielle Wesenszüge
 

It’s all about the people. Vor allem wenn es um Indien geht. Denn oft reisen wir in fremde Länder, wissen bereits über Natur, Geschichte, Essen und Sehenswürdigkeiten Bescheid, doch haben nur wenig Ahnung darüber

Denn Indien mag eine wunderschöne Natur, eine faszinierende Geschichte und leckere Köstlichkeiten besitzen, doch was macht dieses Land wirklich aus? Definitiv die Menschen selbst. Und diese sind so anders als wir, dass sie leicht einen eigenen Artikel verdient haben. 

Denn sind wir uns ehrlich – was wissen wir über dieses Volk? Wissen wir wie sie ticken, was sie ausmacht, wie sie auf Reisende reagieren? Meistens nur, wenn wir bereits durch Indien gereist sind. Doch eigentlich wäre es wichtig, bereits im Vorfeld zu wissen, was dich erwartet und womit du rechnen kannst. Denn du wirst mit ihrem Wesen und ihren Eigenheiten jeden Tag in Berührung kommen. Damit du tief in die indische Kultur eintauchen kannst, beschreibe ich heute ein paar wesentliche Wesenszüge, die mir auf meiner Reise aufgefallen sind.

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Wie also sind Inder?

Ich nenne das Kind beim Namen: Sie werden dich mit ihrer Art manchmal sehr überfordern, positiv sowie negativ. Denn sie sind alles, nur nicht so wie du. Manchmal würdest du sie am liebsten anschreien, in anderen Momenten möchtest du sie gerührt umarmen.

Natürlich kann ich nicht alle Inder über einen Kamm scheren, schließlich gibt es einige von ihnen und jeder ist individuell. Ich versuche dir aber zumindest einen Überblick über meine subjektiven Erfahrungen zu geben, was dich auf deiner Indienreise erwarten kann.

Deswegen werde ich auch negative Eigenschaften nennen. Nicht weil ich sie verurteile, sondern weil du sehr wohl beide Seiten einer Münze kennen musst, um dir ein Urteil bilden können. Aber warum auch nicht? Wir haben alle Stärken und Schwächen, gute Seiten und weniger Gute. Ich bin z.B. extrem ungeduldig, kann ziemlich schnell Diskussionen anzetteln und werde manchmal ausfällig.

Wir sind eben nicht perfekt. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Tatsache. Also anschnallen, los geht’s:

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1  Inder sind neugierig

„Madam, Madam, where are you from?“

„Are you married?“

„Madam, what’s your name?“

Wenn du durch eine volle Straße gehst, wird dir jeder Zweite im Vorbeigehen diese Fragen stellen. Vor allem die Männer, aber auch die Frauen. Sogar, wenn sie auf einem Moped mit 40 km/h an dir vorbei brettern.

Manche meinen es aufrichtig, viele nutzen es als guten Einstieg in ein potentielles Verkaufsgespräch.

Wenn du als Frau reist, tu dir selbst den Gefallen und behaupte verheiratet zu sein. Selbst wenn du ohne Mann unterwegs bist. Sag einfach er ist im Hotel. Das erspart dir weitere Fragen und so manch aufdringlichen Inder.

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2  Inder sind extrem fleißig und verkaufstüchtig

Inder arbeiten wirklich fleißig. Und oft sehr hart. Kiloweise schleppen sie Gegenstände herum, arbeiten in der größten Hitze und häufig bis spät in die Nacht.

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Und wenn sie arbeiten, dann tun sie es vehement, vor allem die Verkäufer.

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Es variiert nach dem Ort wo du dich aufhältst, doch manchmal können Spaziergänge in einer Einkaufsstraße sehr herausfordernd sein. Jeder bittet dich in deinen Shop, ruft dir hinterher „Madam, just looking!“, „Hey Madam, hey“, bietet dir Chai an und breitet sofort sein gesamtes Sortiment vor dir auf. Natürlich müssen sie es tun, schließlich benötigen sie das Geld, um ihre Familien ernähren zu können.

Versuche deswegen freundlich zu bleiben, selbst wenn es manchmal zu viel für dich ist. Wenn du einen Shop betrittst, dann wirklich weil du etwas kaufen willst und vor allem genau weißt was es sein soll. Ich habe mir oft sehr schwer getan dankend abzuwinken, nachdem ein Verkäufer sein gesamtes Kleidungssortiment vor mir aufgebahrt hat.

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Manche können auch recht grob sein, wenn sie merken, dass bei dir kein Geld zu holen ist. Ich war einmal mit einer Australierin einkaufen, die völlig im Kaufrausch war, während ich eigentlich nur bummeln wollte. Der Shop-Besitzer war recht unzufrieden mit mir und meiner nicht vorhandenen Kaufbereitschaft. Er meinte wiederholend wie komisch wir Österreicher nicht sind, allesamt voller Sorgen und keine Lust am Leben besitzen. Hingehen lobte er Australier natürlich in den Himmel, hier plätscherte auch das Geld. Das passiert aber wirklich in Ausnahmefällen.

P.S.: Vergiss nie zu handeln!

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3  Inder sind fasziniert von dir

Eine helle Haut gilt in Indien als Schönheitsideal. Selbst in indischen Bollywood Filmen wirken die Schauspieler auffallend heller als der Durchschnittsinder. Der absolute Overkill sind hellhäutige Frauen mit blauen Augen und blonden Haaren. Wenn diese Beschreibung auf dich zutrifft, rechne damit über Nacht ein Star zu sein. Manche möchten sogar deine Haare anfassen.

Indische Frauen werden dir ihre Babys reichen als wärst du der persönliche Glücksbringer, viele Menschen machen Fotos von und mit dir. Und Mädchen fangen an zu kichern wenn du sie grüßt, ihnen winkst oder sie anlächelst.

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Ich wurde auf einem Markt von acht Mädchen zwanzig Minuten in Beschlag genommen, weil jede persönlich ein Foto mit mir haben wollte. Jede wollte mir ihre Hand reichen, jede hat mir gesagt wie schön ich bin. Alle waren völlig von den Socken, als ich ihnen sagte wie hübsch sie sind. Es war wirklich unglaublich herzig.

Ganz Wenige gehen jedoch so weit und behandeln dich fast wie Tiere aus dem Zoo, machen heimlich Fotos von dir, zeigen mit dem Finger auf dich und schicken ihre Kinder zu dir, damit sie dich genau ansehen können. Auch bei Zugstopps kommen sie manchmal ungeniert ans Fenster um dich zu beobachten.

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Das gilt natürlich nicht für alle. Manche sehen dich grimmig an, ignorieren dich oder drehen sich um. Es geht also in beide Richtungen. So oder so bekommst du einen kleinen Einblick wie es sich ein Leben als mittelmäßige Berühmtheit anfühlen muss.

Du wirst als hellhäutiger Reisender definitiv auffallen. Nimm dir deswegen Zeit für jene, die wirklich fasziniert von dir sind. Und gib ihnen das Gefühl, dass sie genauso besonders sind wie du.

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4  Inder sind sehr kreativ – auch bei Ausreden

Ein gutes Beispiel ist die Hostelsuche. Als Bloggerin ist Wifi für mich ein absolutes Muss, deswegen frage ich immer extra nach, ob es auch wirklich funktioniert. Ein „Nein, es funktioniert nicht“ habe ich bisher noch nie gehört. Hat es also immer funktioniert? Nein.

Doch für Inder ist der Geschäftsabschluss oft sehr wichtig, sodass sie bei Mängeln manchmal etwas schwindeln. Wenn du es anschließend bemerkst und sie darauf ansprichst, fallen ihnen häufig die kreativsten Ausreden ein, um es zu rechtfertigen.

Ich kann dir deswegen nur ans Herz legen alles zu prüfen, bevor du ein Produkt kaufst, in ein Hostel eincheckst oder in ein Tuk Tuk einsteigst. Regle alles im Vorhinein, denn im Nachhinein musst du darum kämpfen das zu bekommen, was du verlangt hast.

Prinzipiell haben sie eine andere Einstellung wenn es ums Lügen geht als wir. Denn sie machen es recht häufig, selbst bei Dingen, die ihnen keinen wirklichen Nutzen bringen. Glaube ihnen also nicht sofort alles, sondern versuche ein Gespür dafür zu entwickeln, wann sie Dinge herbei dichten und wann ihre Geschichte Hand und Fuß hat.

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5  Inder haben ein anderes Gefühl von Privatsphäre

Besonders was ihre Fragen betrifft. Als ich eine Zeit lang mit dem Amerikaner Mark gereist bin, haben wir der Bequemlichkeit halber behauptet verheiratet zu sein. Wir haben aber auch erzählt, dass wir aus Island kommen und Anna und Markus heißen. So viel zum Wahrheitsgehalt der ganzen Story. Was uns jedoch verstört hat war die Tatsache, dass die indischen Männer ihn anschließend ausgefragt haben wie ich so im Bett bin.

Als ich mit zwei Männern unterwegs war, hat mich unser Hotelbesitzer ernsthaft gefragt, ob wir zu dritt Sex haben und ich mit Beiden zusammen bin.

Während wir solche Details maximal im Freundeskreis erzählen, sehen Inder hier keine Überschreitung der Privatsphäre. Du kannst für dich selbst entscheiden, ob du auf solche Fragen eine Antwort gibst oder nicht.

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6  Inder brauchen viel Zeit

Indien lehrt dich vor allem eines: Geduld. Ich musste hier zwangsläufig Meditation lernen, da mich meine Ungeduld sonst um den Verstand gebracht hätte. Denn Verspätungen sind hier völlig normal und gesellschaftlich anerkannt. Hier gelten die akademischen 2 Stunden. Wenn der Zug sieben Stunden später startet als geplant regt das niemanden mehr auf. Auch in Restaurants wartest du manchmal 20 Minuten auf die Getränke.

Ein Freund von mir hat in Orchha Essen bestellt. 45 Minuten später kam der Kellner um ihm zu sagen, dass es dieses Gericht nicht mehr gibt. Nach der neuen Bestellung musste er wieder 40 Minuten warten bis er endlich Etwas zwischen den Zähnen hatte.

Das ist weder gut noch schlecht, das ist eben Indien. Anderes Land, andere Kultur. Sei einfach darauf vorbereitet. Es muss nicht sein, doch wenn Verspätungen passieren, nimm es locker. Und gehe essen bevor der riesen Hunger anklopft.

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7  Inder sind sehr großzügig

Mehr als einmal haben Inder ihr Essen mit mir geteilt, obwohl sie selbst kaum etwas haben. Dabei gilt: Iss auf. Lässt du etwas übrig, wirkt es unhöflich. Sie schenken dir auch dein Essen hier und da nach, sodass du insgesamt zwei bis drei Teller hinunter würgst und fast am Platzen bist.

Sie möchten auf Festivals mit dir tanzen, überschütten dich mit Blumen, reichen dir Süßigkeiten und lassen dich an Gebeten teilhaben. Sie sind also keinesfalls geizig oder verschlossen. Sie besitzen wenig und sind sogar hier bereit mit dir zu teilen.

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Schätze solche Momente und versuche es in irgendeiner Weise zurück zu geben. Als Jungen für mich Blumen gepflückt haben, habe ich anschließend meine Snacks mit ihnen geteilt und später mit ihnen auf einem Festival getanzt.

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8  Inder treten im Rudel auf

Mehrmals täglich bin ich davon überzeugt, dass eine Frau im indischen Business gar nicht so übel wäre. Die Männer wirken des Öfteren recht desorientiert. Stellst du ihnen eine Frage die über „Habt ihr Coke?“ hinausgeht, sind sie selten fähig diese eigenständig zu beantworten.

Dann tummeln sich plötzlich vier bis fünf andere Inder rundherum, es wird durcheinander geredet und es dauert minutenlang bis eine Antwort formuliert wird. Da wäre eine Frau die einfach mal am Tisch haut und sagt wo es langgeht genau richtig. Dennoch ist es einfach witzig die allgemeine Überforderung zu beobachten.

Dasselbe gilt bei Streitereien. Streiten zwei Inder, artet das oft mit der Integration der halben Nachbarschaft aus. Aus zwei werden plötzlich dreißig Personen, oft kommen auch völlig Fremde, die einfach darauf losbrüllen.

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9  Inder verschmutzen ihr Land

Recycling, Mülltrennung und Vermeidung von Plastik sind Erste-Welt-Probleme. In Indien kümmert sich niemand darum, weil die Menschen einfach andere Sorgen haben. Hier geht es oft ums Überleben, wen kümmert es also, dass Glas und Plastik getrennt werden?

Als ich in einem Zug bei einem Hauptbahnhof saß und ein Inder vor meinem Fenster stand, bat ich ihm, meine leere Plastikflasche wegzuwerfen. Er hat gleich bejaht, meine Flasche genommen und auf den Boden neben sich geworfen. Problem gelöst.

Tatsächlich gibt es auch kaum Mülleimer, was die Gesamtsituation noch schwieriger macht. Ein Kind hat vor mir Plastikreste in einen See geschüttet, weil es nicht wusste wohin damit. Frauen werfen Essensreste vor die Haustür, die nächste Kuh oder der nächste streunende Hund wird es schon fressen.

Wenn du Indien also nicht noch mehr verschmutzen willst, wirf deinen Müll im Hostel weg oder auf bereits aufgebahrte Müllhaufen. So fokussiert es sich der Abfall wenigstens auf einen Fleck.

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10  Und sie werden dich fesseln

Nicht wortwörtlich natürlich, wir sind nicht auf Gullivers Reisen. Doch so anders sie sind, sie werden dich faszinieren. Mit ihrer Art, ihrem Auftreten, ihrem Aussehen. Bei diesem Punkt gilt wieder: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Vorhang auf:

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Am liebsten würde ich noch jahrelang weiter schreiben, denn es gibt unzählige weitere Eigenschaften die die Inder so anders machen als uns. Sie sind recht laut, sehr religiös, gesellig etc. Falls dich noch mehr dazu interessiert, lass es mich in einem Kommentar wissen, dann schreibe ich noch weitere Wesenszüge über diese faszinierenden Menschen.

Wie gesagt, ich möchte nicht alle in einen Topf werfen. Vor allem zwischen Stadt und Land gibt es erhebliche Unterschiede. Doch du sollst zumindest einen kurzen Einblick darüber haben, was dich auf einer Reise nach Indien erwarten könnte.

Vor allem aber darfst du diese Unterschiede nicht als schlecht sehen – sie sind anders, aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Kultur, ihrer Religion und ihrer Erziehung. Doch anders ist nicht gleich schlecht. Es ist sogar eher eine Chance voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren.

Mache deine eigenen Erfahrungen.

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Inder sind ein ganz spezielles Volk und mit keinem anderen vergleichbar. Sie mögen dich manchmal in den Wahnsinn treiben, doch sie geben dir auch sehr viel zurück. Du kannst irrsinnig viel von ihnen lernen und mitnehmen.

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Doch wie lernst du sie nun näher kennen? Wie kannst du in ihr Leben, ihre Kultur wirklich eintauchen? Und wie kannst du einzigartige Dinge erleben? Die 10 wichtigsten Tipps dafür, findest du morgen.

 

Welche Erfahrungen hast du mit Indern?

Gibt es noch andere Wesenszüge, die sie gut beschreiben?

Comments

  1. Sehr unterhaltsam auch für absolute Nicht-Kenner! Es macht schon irgendwie Lust…

    • Hey Lyra, danke danke danke für das Kompliment, das freut mich sehr :)

  2. Ein sehr schöner Artikel. Habe ich gelesen, von hinten bis vorne. Ja, rückwärts. Ich weiß auch nicht warum ;-)

    Viel Spaß weiterhin!

    • Haha der Preis für den witzigsten Kommentar geht dieses Jahr an Patrick :D

  3. Ein sehr interessanter Artikel. Für mich besonders spannend, weil ich noch nie in Indien war. Steht aber auf der Liste. Danke für die Tipps ;)

    • Hallo Laura, gerne, freu mich wenn ich helfen kann :) Alles Liebe!

  4. Hallo,

    zu den Punkten 1-10: absolute Zustimmung!

    Vorschlage zu einem Punkt 11: Inder können manchmal richtig nerven;-)

    • Christian.. touché, ich könnte es nicht besser ausdrücken :D

  5. Beatrice

    Du hast es ziemlich gut auf dem Punkt gebracht. Indien hat mich zuerst auch ganz schön überfordert und in einigen Punkten erschreckt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die gegensätzlichen Eindrücke, die ständig auf mich einprasselten, einigermaßen lässig hinnehmen konnte. Ein bisschen dickes Fell und Geduld sind schon hilfreich.

    • Da haben wir wirklich dieselben Erfahrungen gemacht, Beatrice :)
      Wie lang warst du?

      Alles Liebe,
      Tanja

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